Tierliebe kennt keine Grenzen

Unsere Geschichte beginnt mit Morty (Maincoonmix), einem kleinen Kater, den wir über eine Tierschutzorganisation aus der Ukraine adoptiert haben. Leider verlor Morty durch den Krieg in Charkiv seine ganze Familie und sein Zuhause, dass, laut Erzählungen, durch ein Drohnenangriff komplett zerstört wurde. 

 

Er war erst dreiviertel Jahr alt, als er zu uns kam – und musste sich zunächst unserer resoluten Siamsnowhoe Dame Mali stellen, die mit ihren 12 Jahren eine echte Persönlichkeit war. Die Katzeneinführung war alles andere als einfach: aufregend, belastend und nervenaufreibend für alle Beteiligten. Morty und Mali mussten erst lernen, miteinander auszukommen – und wir haben jeden Moment aufmerksam begleitet, um ihnen Sicherheit und Ruhe zu geben. Wir haben sogar eine Tiertherapeutin beauftragt, uns zu unterstützen: Frau Andrea Meiler-Weinläder begleitete uns mit wertvollen Tipps und Übungen, damit die beiden einen guten Start miteinander hatten. Mit viel Geduld, viel Liebe und viel Aufmerksamkeit tasteten sie sich ran und haben gelernt miteinander zu leben. Nicht immer harmonisch, aber es klappte. 

 

Doch schon bald merkten wir: Morty langweilte sich. Mali war mit ihren 12 Jahren einfach zu alt, um mit ihm die wilden Spielaktionen zu machen, die er brauchte. Es war klar, dass er einen Katzen-Kumpel brauchte, mit dem er herumtollen konnte, mit dem er spielen und sich jagen kann. 

Morty ein Maincoonmix beim schlafen
Morty unser Schützling
Maincoon Kater beim spielen
Morty beim konzentrieren

Wie wir ihn entdeckten

Wie es der Zufall so will...

Als ich so auf Tierschutzseiten und Facebook durchschaute – ohne richtig zu suchen oder mit dem Gedanken zu spielen, doch noch eine dritte Katze zu holen – stoppte ich auf der Seite der Tierhilfe 4 Happy Paws. Dort fiel mir Melody auf. Eine schöne junge Kätzin mit tollem Blick und zuckersüß. Ohne feste Absichten schrieb ich die Organisation an, erklärte ihnen Mortys Situation und fragte, ob Melody vielleicht zu uns passen könnte. 

 

Nach einem Kontaktaustausch wurden wir von Ilka aus dieser Tierhilfe per WhatsApp angeschrieben. Sie teilte uns mit, dass es doch besser wäre, einen kleinen Kater als Spielgefährten zu nehmen, damit unsere Mali als ältere Dame entlastet wird und wir sicher einen passenden dazu finden werden. Dann schickte sie uns ein Bild von Pancake (damaliger Name) einen Siam Lynx Tabby Point. Wir waren hin und weg. 

 

Lynx Point Siam Mix aus Tenneriffa Tierschutz
Pancake (heute Finn)
Finn der Siam Lynx Point Mix im Garten
Finn heute

Das Leben ist Schicksal

Wir hatten sehr viel Austausch mit Ilka und stellten unzählige Fragen – und bekamen genauso viele ausführliche Antworten. Wir haben sie regelrecht gelöchert, doch Ilka blieb immer geduldig, professionell und verständnisvoll. Man merkte sofort, dass sie viel Erfahrung hat, selbst mehrere Katzen hält und uns mit Rat und Herz zur Seite stand.

 

Im Laufe der Gespräche erfuhren wir schließlich auch mehr über Pancake, den heutigen Finn. Er stammt aus einem sogenannten Hoarding-Fall auf Teneriffa. Dort lebte er mit vielen anderen Katzen auf engstem Raum zusammengepfercht. Die Bedingungen waren unvorstellbar: Dreck, Kot, kaum Futter oder Wasser – und mitten in diesem Chaos mussten die Tiere sogar neben teilweise toten Artgenossen überleben.

 

Die Tierhilfe 4-Happy-Paws hat ihn gemeinsam mit anderen Katzen aus dieser Hölle gerettet und ihnen die Chance auf ein neues Leben gegeben.

Die Entscheidung und Vorbereitung

Nach all unseren Fragen und den vielen ausführlichen Antworten haben wir schließlich die Entscheidung getroffen: Wir wollen ihn adoptieren – auch wenn wir nicht wussten, ob alles gut funktionieren würde.

 

Gemeinsam mit der Tierhilfe 4-Happy-Paws schlossen wir einen entsprechenden Schutzvertrag ab. Außerdem organisierte die Tierhilfe einen Flugpaten, damit Finn – damals noch Pancake – sicher von Teneriffa nach Deutschland reisen konnte und alles geregelt war. Die Aufregung, Vorfreude – aber auch ein wenig Unsicherheit – begleiteten uns in dieser Zeit ganz besonders.

 

Mein Mann bereitete währenddessen schon alles vor: Der Treppenaufgang wurde mit einem Zaun gesichert und eine zusätzliche Tür eingebaut, damit wir die Katzenzusammenführung mit Morty und Mali kontrolliert und stressfrei gestalten konnten. Wir wollten nichts dem Zufall überlassen.

Zaun mit Tür um Katzen zusammenzuführen
Katzenzusammenführung - Morty und Finn
Begegnung am Zaun
Begegnung am Zaun

Es war soweit

Kurz vor Weihnachten 2025 war es dann endlich soweit: Ein Flugpate war gefunden, und die Ankunft am Flughafen – abends um 21 Uhr – stand fest.

 

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg: meine Tochter, mein Mann und ich. Voller Aufregung holten wir unser zukünftiges neues Familienmitglied ab. Am Flughafen angekommen, hieß es erst einmal warten – und die Nervosität war kaum auszuhalten.

 

Dann endlich der Moment: Die Flugpaten kamen durch die Kontrolle. Unser Herz klopfte schneller – und plötzlich mussten wir schmunzeln. Denn zu unserer Überraschung war es meine Arbeitskollegin, die den kleinen Kater mit nach Deutschland gebracht hatte.

 

In diesem Augenblick wurde alles real: Finn – damals noch Pancake – war endlich da. 🐾

Nachdem wir wieder zu Hause angekommen waren, brachten wir Finn zunächst in den oberen Teil des Hauses und stellten dort seine Transportbox ab. Vorsichtig öffneten wir sie – und er kam langsam heraus, schaute sich um und musste sich erst einmal orientieren.

 

Wir nahmen ihm sein Geschirr ab, stellten ihm Futter und Wasser hin und zeigten ihm seine Toilette. Alles ganz ruhig, damit er in seinem Tempo ankommen konnte.

 

Doch lange dauerte es nicht: Schon nach wenigen Minuten stand er an der Tür, die mein Mann provisorisch für die Katzenzusammenführung gebaut hatte – und wollte unbedingt hinaus. Seine Neugier war einfach größer als die Unsicherheit. 🐾

Katze im Katzenkorb - Mann holt sie ab
Ankunft am Flughafen
Ankunft am Flughafen
Die Flugpaten von Pancake (heute Finn)

Die erste Begegnung

Um es etwas abzukürzen: Als sich Morty und Finn das erste Mal begegneten, war alles ganz anders, als wir es erwartet hatten. Kein Knurren, kein Fauchen, kein gesträubtes Fell – ganz im Gegenteil.

Morty begann sofort zu schnurren und leise zu gurren, während Finn neugierig miaute. Vorsichtig näherten sich beide der Gittertür – und steckten ihre kleinen Pfoten zueinander durch das Gitter, als wollten sie sich direkt begrüßen. 

 

Bei Mali dauerte es etwas länger. Aber dennoch war sie deutlich entspannter als damals bei Morty. Mit ihrer ruhigen Art beobachtete sie die Situation erst einmal aus der Distanz und ließ sich Zeit, sich an den kleinen Neuankömmling zu gewöhnen.

 

In diesem Moment wussten wir: Das könnte wirklich funktionieren. 🐾💛

 

Nach drei Tagen wagten wir es schließlich, die Tür zu öffnen – und es war die beste Entscheidung.

Vorsichtig, aber neugierig näherten sich Morty und Finn einander. Innerhalb kürzester Zeit war klar: Die beiden verstehen sich. Es wurde geschnuppert, hinterhergelaufen und schon bald gemeinsam gespielt, als würden sie sich schon ewig kennen.

 

Auch Mali ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie akzeptierte die neue Situation auf ihre ganz eigene, gelassene Art und zeigte uns, dass manchmal einfach ein bisschen Zeit alles ist, was es braucht.

 

Finn half sogar tatkräftig mit, den provisorischen Zaun und die Tür wieder abzubauen – natürlich auf seine ganz eigene Art.

Katze
Mali unsere 12 Jahre alte Siamsnowshoe Dame
Mali unsere Siamdame
Königin

Hoarding - die Schattenseiten

So schön alles am Anfang war, haben wir auch schnell gemerkt, dass Finn durch seine Vergangenheit im Hoarding gelitten hat und es immer noch tut. 

 

Er hat anfangs sehr viel geweint und miaut, teilweise sogar nachts geschrien. Er hat an Türen, Fenstern, dem Fernseher und sogar am Glastisch gescharrt. Oft ist er unruhig durchs ganze Haus gerannt und kam einfach nicht zur Ruhe.

 

Manchmal hat er sich geduckt, wenn wir ihn anfassen wollten. Beim Fressen hat er sein Essen oft nur abgeschleckt und nicht richtig gefressen. Auch geputzt hat er sich kaum und richtig geschlafen hat er auch nicht. Er kannte anfangs auch kein richtiges Spielen und Jagen. Wir haben ihm gezeigt, wie spannend Bälle Spielmäuse, Spiralen, Angeln und Versteckspiele sein können.

 

Das war nicht leicht für uns, und ehrlich gesagt wussten wir manchmal einfach nicht, was wir machen sollen.

Da haben wir gemerkt, dass das seine Schattenseite ist – und wie sehr ihn seine Vergangenheit geprägt hat.

Geduld, Liebe und Vertrauen

An manchen Tagen waren wir richtig ratlos und hin- und hergerissen, ob wir ihn behalten sollen – Finn war so rastlos, unruhig und sehr laut. Trotzdem zeigte er immer wieder seine soziale Seite: Er liebte seinen Katzenkumpel Morty, der ihn oft beruhigt hat, und suchte die Nähe zu uns.

 

Wir haben uns zusammengerissen und alles dafür getan, ihm zu zeigen, dass er jetzt sicher ist. Mit Schleckmatten, viel Liebe, Gesprächen, Bürsten und Spielen haben wir ihm langsam das Gefühl gegeben, dass er hier willkommen ist und ihm an nichts fehlt.

Kater beim apportieren einer Spirale
Er apportiert :)
Kater beim schlafen auf dem Kratzbaum
Ausruhen gehört dazu

3-3-3 Regel beachten - Hilft wirklich!

Mein Mann und ich haben uns sehr viel belesen um Rat zu suchen und Antworten zu finden, da fand er diese 3-3-3 Regel 

  • Die ersten 3 Tage: Die Katze braucht Zeit, um ihr neues Zuhause kennenzulernen und Sicherheit zu finden.
  • Die ersten 3 Wochen: Die Katze beginnt, Vertrauen zu fassen, zeigt erste Spiel- und Sozialverhalten.
  • Die ersten 3 Monate: Jetzt zeigt die Katze ihr volles Verhalten – jagt, spielt, kuschelt und fühlt sich wirklich zuhause. 

Er ist angekommen – unser Familienmitglied

Heute, einige Monate nach seiner Ankunft, ist Finn ein fröhlicher, neugieriger und verspielter Kater geworden. Er jagt Bällchen, spielt stundenlang mit Morty und kuschelt sich abends gerne zu uns auf das Sofa.

 

Selbst Mali hat sich komplett an ihn gewöhnt – oft liegen sie einfach zusammen und beobachten das Haus in Ruhe. Finns Schattenseite ist noch nicht ganz verschwunden, aber sie ist deutlich kleiner geworden.

 

Durch Liebe, Geduld und Struktur konnte er Vertrauen fassen, lernen zu spielen, zu fressen und zu entspannen. Jeder kleine Fortschritt zeigt uns, wie viel Willenskraft in Tieren steckt, die aus schlechten Bedingungen kommen.

Kater beim jagen im Garten
Finn & Morty Best Friends
Katzen drei auf dem Kratzbaum liegend
Morty, Mali und Finn die Katzenbande


Ein besonderer Dank

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Tierhilfe 4-Happy-Paws bedanken. Ohne ihr Engagement, ihre Professionalität und ihr Herzblut hätten wir Finn niemals kennen- und lieben gelernt.

Unterstützt die Tierhilfe 4-Happy-Paws

Wenn euch unsere Geschichte von Finn berührt hat, könnt ihr Tieren wie ihm helfen. Die Tierhilfe 4 Happy Paws rettet Katzen aus schwierigen Situationen, kümmert sich um ihre Versorgung und sucht liebevolle Familien.

Jede kleine Spende hilft – sei es für Futter, medizinische Versorgung oder Transportpaten. So könnt auch ihr dazu beitragen, dass mehr Tiere eine zweite Chance bekommen.  🐾💛 Mehr Informationen findet ihr hier:

Tierhilfe 4-Happy-Paws e.V.